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Europa-Union etabliert eindrucksvoll 1. Aschaffenburger EU-Hochschulforum zum Thema „CYBERSECURITY"

Europa-Union etabliert eindrucksvoll 1. Aschaffenburger EU-Hochschulforum zum Thema „CYBERSECURITY"

2018-06-01T23:17:21+00:00 17. April, 2016|
  • Michael Schütt, Florian Seitner, Dr. Ole Schröder, Dieter Schornick, Dr. Andreas Schwab, Frank Schlottke - "fotos.berndottow.de"

Der Vorsitzende des Kreisverbandes der Europa-Union Aschaffenburg, Dipl.-Ing. (FH) Dieter Schornick organisierte am 7. April 2016 in Zusammenarbeit mit dem Career Service der Hochschule Aschaffenburg und Beatrice Brenner vom BVMW – Bundesverband mittelständische Wirtschaft, sowie in Kooperation mit der Bundestagsabgeordneten Andrea Lindholz und der IHK-Aschaffenburg eine hochkarätige Veranstaltung in der voll besetzten Aula der Hochschule zum aktuellen Thema „Cybersecurity – Die Zukunft der IT-Sicherheit in der EU und deren Umsetzung in Deutschland“.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Wilfried Diwischek begrüßte rund 200 Gäste, darunter viele Studenten und Unternehmer aus der Region. Grußworte folgten von Aschaffenburgs Bürgermeister Jürgen Herzing, der dieser Veranstaltung einen guten Verlauf wünschte und Andrea Lindholz. Sie unterstrich, dass eine Europäische Cybersicherheitsstrategie nötig ist. „Der Bund setzt als Gesetzgeber wichtige Rahmenbedingungen. Das Internet zeigt aber auch, wie beschränkt die Mittel des Nationalstaates im digitalen Zeitalter sind. Um ein freies und sicheres Internet zu bewahren, sind international abgestimmte Normen unverzichtbar. Je mehr Staaten gemeinsame IT-Sicherheitsstandards umsetzen, desto wirksamer werden sie. Das ist auch der Ansatz, den die deutsche Cybersicherheitsstrategie und die EU verfolgen“, machte Andrea Lindholz deutlich.
Die fachkompetenten Referenten legten die Thematik aus Sicht ihrer jeweiligen Ressorts dar. Der Staatssekretär im Innenministerium, Dr. Ole Schröder, stellte die geplante Umsetzung der Netzwerk- und Informationsrichtlinie (NIS) in Deutschland vor.
Über die Zukunft der IT-Sicherheit in der EU referierte der Europaabgeordnete Dr. Andreas Schwab. Er war der Berichterstatter zur „Cybersecurity-Richtlinie“ und damit der wichtigste Mann im Europäischen Parlament zu diesem kommenden neuen EU-Gesetz. Die EU hat sich mit dieser Richtlinie auf gemeinsame Regeln zur Cyber-Sicherheit geeinigt, um Angriffe gegen wichtige Dienste, wie die Energieversorgung oder die Flugverkehrskontrolle besser abwenden zu können. Ein europäischer Ansatz war nötig, da viele unserer Infrastrukturen ineinander verzahnt sind. „Wenn wir diese grenzüberschreitenden Infrastrukturen nicht auf europäischer Ebene schützen, dann begeben wir uns in Schwierigkeiten“, so Andreas Schwab. Es geht hier nicht um alle Bestandteile der Infrastrukturen, sondern nur um die digitalen Dienste. Zudem sind auch nur bestimmte Bereiche wie der Energie- und Transportsektor, also Schlüsselsektoren der europäischen Wirtschaft, betroffen. Viele Dienste, die die Bürger in Anspruch nehmen, wie das Energie-, Verkehrs- und Bankensystem sind in steigendem Maße digitalisiert. Wir sind hier von Strukturen abhängig, die die reibungslose Funktionsfähigkeit dieser Dienste möglich machen. Wenn wir nun diese Strukturen sicherer und widerstandsfähiger machen, dann entstehen auch direkte Vorteile für die europäischen Bürger.
Florian Seitner vom Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz, erläuterte die Aufgaben des Cyber-Allianz-Zentrums (CAZ), das eine zentrale Rolle beim Schutz vor elektronischer Spionage und Sabotage einnimmt. Das CAZ ist in Bayern der zentrale Ansprechpartner für alle Fragen bei elektronischen Angriffen auf Unternehmen, Hochschulen und Betreiber kritischer Infrastrukturen. Der vertrauliche Umgang mit Meldungen zu elektronischen Angriffen ist aus Angst vor Reputationsverlust und damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen ein zentrales Anliegen der bayerischen Unternehmen. Diese Vertraulichkeit kann der mit der Aufgabe betraute Verfassungsschutz garantieren.
In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert durch Dieter Schornick, wurden eingangs die beiden weiteren Podiumsteilnehmer, Michael Schütt, Chief Financial Officer bei DERMALOG Identification Systems GmbH in Hamburg, dem größten deutsche Biometrie Hersteller und weltweit eines der führenden Unternehmen der biometrischen Identifikation als Vertreter des BVMW und Frank Schlottke, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Applied Security GmbH in Großwallstadt vorgestellt. Die Applied Security GmbH gehört zu Deutschlands Top15-Unternehmen im Bereich IT-Sicherheit und ist Mitglied bei der IHK-Aschaffenburg.
In der lebhaften und sehr interessanten Diskussion zu den vielen Facetten der IT-Sicherheit wurde deutlich, dass hier zukünftig noch umfangreichere Maßnahmen zu unserer aller Sicherheit erarbeitet werden müssen. Die vernetzte Gesellschaft eröffnet eine Vielzahl von Chancen und Möglichkeiten, aber auch Risiken gehen damit einher. Datenschutz und Datensicherheit stehen in einem spannungsvollen Verhältnis, hob Staatssekretär Schröder hervor, das es neu zu definieren gilt. Dies ist jedoch längst nicht mehr eine Frage, die nur ITSpezialisten angehe, sondern auch den privaten Bereich eingenommen habe. Darin waren sich alle Experten im Podium einig. Eine verlässlich und sicher funktionierende digitale Infrastruktur sowie die Gewährleistung von Sicherheit im Cyber-Raum sind die gemeinsamen Herausforderungen für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Laut Andreas Schwab müssen zuallererst die EU-Mitgliedstaaten sicherstellen, dass die nationale Gesetzgebung die entsprechenden Infrastrukturen abdeckt. Des Weiteren sieht die Richtlinie eine Reihe von Verpflichtungen für die Betreiber in den betroffenen Bereichen vor. Sie müssen widerstandsfähige Systeme schaffen. Die Richtlinie legt Sicherheitsverpflichtungen nicht nur für die Betreiber kritischer Infrastrukturen fest, sondern auch für die Anbieter digitaler Dienste, wie z.B. von Suchmaschinen, Online-Marktplätzen und Cloud-Computing-Diensten. Auch wenn diese nicht direkt kritische Infrastrukturen betreffen, sind sie dennoch von großer Bedeutung. Die Anbieter verfügen bereits über Schutzvorkehrungen gegen Cyber-Angriffe. Es wird nur zukünftig gefordert, dass sie die Sicherheitsvorfälle den zuständigen nationalen Behörden melden. Nicht jeder einzelne Vorfall muss gemeldet werden, sondern nur schwerwiegende Zwischenfälle. Der Arbeitsaufwand bleibt also gering.

Hintere Reihe: Dr. Ole Schröder, Dr. Andreas Schwab, Michael Schütt, Florian Seitner, Frank Schlottke, Dieter Schornick, Andrea Lindholz, Prof. Dr. Wilfried Diwischek, Beatrice Brenner (BVMW), Ernst Schulten (HS AB), Iris Foth (HS AB) - "fotos.berndottow.de"

Hintere Reihe: Dr. Ole Schröder, Dr. Andreas Schwab, Michael Schütt, Florian Seitner, Frank Schlottke, Dieter Schornick, Andrea Lindholz, Prof. Dr. Wilfried Diwischek, Beatrice Brenner (BVMW), Ernst Schulten (HS AB), Iris Foth (HS AB) – „fotos.berndottow.de“

Ein besonderer Hinweis ging von den Podiumsteilnehmern an die Hochschule und die Studentenschaft, denn sowohl von Seiten der staatlichen Behörden, als auch aus der Wirtschaft gibt es einen hohen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften. Ernst Schulten, Leiter des Career Service der Hochschule, regte an, dass sich auch die weiblichen Studenten verstärkt dieser Thematik zuwenden.
Nach dem Erfolg dieser Veranstaltung, darf man sich bereits auf das zweite Aschaffenburger EU-Hochschulforum freuen, das in 2017 stattfinden wird.

Dieter Schornick, Vorsitzender der Europa-Union Aschaffenburg
Weitere Informationen:
dieter.schornick@eu-aschaffenburg.de