Netzwerk der Europa-Union Bayern e.V.

Die Europäische Zentralbank öffnet ihre Türen für die Europa-Union Aschaffenburg

Die Europäische Zentralbank öffnet ihre Türen für die Europa-Union Aschaffenburg

2018-06-01T23:11:42+00:00 13. November, 2016|
  • Die Europa-Union Aschaffenburg zu Besuch bei der EZB in Frankfurt

Die Europäische Zentralbank (EZB) öffnete am 7. Nov. 2016 für die Europa-Union Aschaffenburg ihre Türen. Damit konnten wir einen Blick hinter die Fassaden dieser europäischen Institution werfen.

Im Eingangsbereich erwarteten uns beeindruckende Perspektiven in der Kombination des gläsernen Büroturms über dem Eingangsbauwerk mit der historischen denkmalgeschützten Großmarkthalle. Das Ensemble verbindet gekonnt Alt und Neu und ist bereits zu einer Architektur-Ikone des 21. Jahrhunderts geworden – genau wie es die Großmarkthalle zu ihrer Zeit im 20. Jahrhundert war. Das Bürohochhaus ist aus mehreren Gründen spektakulär: zum einen in seiner Gestaltung, den markant geneigten Fassaden, zum anderen auch mit einem beide Türme verbindenden Atrium, das sich in vier Abschnitten über die gesamte Höhe von 185 Metern erstreckt.
Die EZB ist für die Festlegung und Durchführung der Geldpolitik für das Euro-Währungsgebiet zuständig. Zu ihren weiteren Aufgaben zählt unter anderem die Bankenaufsicht. Die Aufgaben des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) und des Eurosystems sind im Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEU-Vertrag) festgelegt und werden in der Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank weiter ausgeführt. Da man bei der Ausformulierung des AEU-Vertrags davon ausging, dass alle EU-Mitgliedstaaten letztendlich den Euro einführen würden, bezieht er sich insgesamt eher auf das ESZB als auf das Eurosystem. Das Eurosystem besteht aus der EZB und den nationalen Zentralbanken (NZBen) der EU-Mitgliedstaaten, die den Euro bereits eingeführt haben. Das ESZB hingegen umfasst die EZB und die NZBen aller EU-Mitgliedstaaten. Die Unterscheidung zwischen Eurosystem und ESZB bleibt notwendig, solange es EU-Mitgliedstaaten gibt, deren Währung nicht der Euro ist. Bei der sehr informativen Führung erfuhren wir u.a., dass der 9. Mai (Europatag) generell ein Feiertag für alle Mitarbeiter/innen ist, ca. 2.900 Personen in der EZB arbeiten können, es ca. 5.000 Banken im Euroraum gibt, von denen etwa 150 ihr Geld bei der EZB einlagern und das Direktorium für eine nicht-verlängerbare Amtszeit von 8 Jahren vom Europäischen Rat (Regierungschefs der 28 EU-Mitgliedstaaten) ausgewählt wird. Das vorrangige Ziel des Europäischen Systems der Zentralbanken ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten. Soweit dies ohne Beeinträchtigung des Zieles der Preisstabilität möglich ist, unterstützt das ESZB außerdem die allgemeine Wirtschaftspolitik in der Europäischen Union.

Dieter Schornick