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Brüssel nach dem BREXIT

Brüssel nach dem BREXIT

2018-06-01T23:10:30+00:00 28. Juli, 2016|
  • Vorsitzender Schornick mit Berufs- und Technikerschülern, sowie Lehrern und einer Lehrerin aus Aschaffenburg

Der Vorsitzende der Europa-Union Aschaffenburg Dieter Schornick war vom 11. bis 13. Juli 2016 mit Berufs- und Technikerschülern und Lehrern und einer Lehrerin aus Aschaffenburg auf einer Bildungsreise in Brüssel. Sie begann mit einem Besuch der Europäischen Kommission.

Dort erläuterte Prof. Dr. Ralf von Ameln die Aufgaben und Zuständigkeiten der Europäischen Kommission, für die 23.000 Beamte und 11.000 Angestellte arbeiten. Dazu kommen 8.000 Mitarbeiter vom Europäischen Auswärtigen Dienst. Im Vergleich zur Stadt München, die allein 30.000 Beschäftigte hat ist dies Anzahl außerordentlich gering, bei den zu bewältigenden umfangreichen Aufgaben. Es war interessant zu erfahren, dass 60 % der Gesetzesinitiativen von den EU-Mitgliedstaaten selbst und nicht von der Europäischen Kommission initiiert werden. Außerdem zahlt die EU mit Ihren Mitgliedstaaten mit 56,5 Mrd. € pro Jahr mehr als die Hälfte (60%) der Entwicklungshilfe weltweit. Mit großem Respekt wurde der Rücktritt des EU-Kommissars Sir Jonathan Hill, der für den Bereich Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion aus GB zuständig war, nach dem BREXIT zur Kenntnis genommen. Nach einer Kaffeepause gab es auf speziellen Wunsch noch einen Vortrag zum Thema Energieeffizienz. Zur Sicherstellung einer krisenfesten Energieversorgung innerhalb der EU gibt es aus dem Förderprogramm Horizont 2010 Fördergelder für alle Mitgliedstaaten in Höhe von 23 Mrd. €. Die EU ist auf dem besten Weg ihre gesteckten Ziele, d.h. Reduktion der Treibhausgase von 1990 bis 2020 um 20% zu erreichen. Ein Fünftel der weltweit erzeugten Energie wird allein in der EU verbraucht! Die Kosten dafür betragen 350 Mrd. €/Jahr.

Am zweiten Tag erfolgte ein Besuch bei der sehr sympathischen Abgeordneten Dr. Angelika Niebler im Europäischen Parlament. Sie ist die Sprecherin der CSU-Europagruppe im EP und stellte ihre Arbeit aus den Ausschüssen „Industrie, Forschung und Energie“ sowie „Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter“ vor. Der BREXIT ist natürlich „das Thema“ unter den MEPs. Bei dem Austritt von GB wird sich das Europäische Parlament um 73 Abgeordnete von bisher 751 reduzieren. Interessant war zu erfahren, dass die über 2 Mio. Bürger aus GB, die im Ausland leben, nicht an der Abstimmung teilnehmen durften, obwohl sie davon am meisten betroffen sind. Man geht davon aus, dass das Austrittsgesuch von GB zum 1. Jan. 2017 bei der EU eingehen wird und damit die Zweijahresfrist für die Austrittsverhandlungen starten werden. Damit wird der EU-Mittelpunkt sehr wahrscheinlich noch bis Ende 2018 in Westerngrund bleiben. Am meisten beeindruckt waren die Schülerinnen und Schüler von der Tatsache, dass viele Dolmetscher im EP mind. sieben Fremdsprachen beherrschen! Bei dem abschließenden Besuch in der Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU erläuterte Philipp Holzheid die Aufgaben der Vertretung. Dort sind alle Bayerischen Ministerien durch spezialisierte Mitarbeiter repräsentiert, die täglich über aktuelle Brüsseler Themen nach München berichten. Durch die geschickte Arbeit der Landesvertretung fließen sehr viele Fördergelder nach Bayern. Allein aus dem Horizont-Programm der EU sind dies jährlich eine Mrd. € für Universitäten, Forschungsinstitute und die Wirtschaft.

Dieter Schornick