Hammelburg
Mehr als fünfzig Zuhörer erlebten im Bürgerhaus bei einer Veranstaltung von VHS, Aktionskreis Demokratie und Europa Union eine lebendige Diskussion über die Rolle der Medien in der Demokratie. Michael Czygan, stellvertretender Leiter der Main-Post-Schwerpunktredaktion, schilderte bei dem von Dr. Reinhard Schaupp moderierten Podiumsgespräch die Entscheidungsprozesse und Recherchen in den Redaktionen der Printmedien. Um ein möglichst hohes Maß an Objektivität zu erreichen, sollten immer mehrere Quellen konsultiert werden, Wahrheit sei nie absolut, sondern immer eingebettet in Zusammenhänge. Medienkonzentration und wirtschaftliche Schwierigkeiten sind Gefahren für die im Grundgesetz geschützte Pressefreiheit. Einigkeit bestand auf dem Podium und unter den Zuhörern darüber, dass es in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern eine vielfältige und qualitativ relativ hochwertige Medienlandschaft gebe. Gleichzeitig habe sich im Westen, insbesondere den USA aber auch in einigen Staaten der Europäischen Union ein Kulturkampf entwickelt, der sich unter anderem gegen kritische Journalisten und Presseorgane richte. In der Diskussion entwickelte sich ein klares Bekenntnis zum Lokaljournalismus. In Gegenden mit fehlender Lokalpresse sei die Demokratie schwächer, die Bürgerbeteiligung geringer und der soziale Zusammenhalt weniger stark, so Czygan.
Das Podiumsgespräch war der erste Teil der Veranstaltungsreihe „Leben in Freiheit und Unfreiheit.“
Text: Wilfried Vogler