{"id":519,"date":"2021-02-17T20:37:43","date_gmt":"2021-02-17T19:37:43","guid":{"rendered":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-landshut\/?p=519"},"modified":"2021-02-17T20:37:43","modified_gmt":"2021-02-17T19:37:43","slug":"europa-braucht-eine-seele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-landshut\/europa-braucht-eine-seele\/","title":{"rendered":"Europa braucht eine Seele"},"content":{"rendered":"<p class=\"tinymce_own02\">Die Europ\u00e4ische Union achtet den Status der Kirchen, weltanschaulichen Gemeinschaften und religi\u00f6se Vereinigungen bzw.Gemeinschaften in den Mitgliedstaaten nach deren Rechtsvorschriften. Sie pflegt mit diesen Kirchen und Gemeinschaften in Anerkennung ihrer Identit\u00e4t und ihres besonderen Beitrages, einen offenen transparenten und regelm\u00e4ssigen Dialog und die Kommission war das erste Organ, welches eine informelle Beziehung zu ihnen aufnahm sowie institutionalisierte.<\/p>\n<p>Seit 1983 hatte sie eine Kontaktperson f\u00fcr Kirchen, Religionen und Weltanschauungsgemeinschaften zur Verf\u00fcgung gestellt und unter Kommissionspr\u00e4sident Gaston Thorn ( L &#8211; 1981 &#8211; 1985 ) auf Empfehlung des Generalsekret\u00e4rs der Kommission Emil Noell ein Verbundsystem zu den Kofessionen aufgebaut, welches beim Generalsekretariat angesiedelt war. Im Rahmen dieses Verbundsystemes hatten die Berater die Voraussetzungen festzustellen sowie Grunds\u00e4tze zu erarbeiten, in welchen Politikbereichen die religi\u00f6sen Organisationen an einer systematischeren Zusammenarbeit mit der Kommission interessiert sind. Unter Kommissionspr\u00e4sident Jaques Delors ( F &#8211; 1985 &#8211; 1995 ) fand eine Umstrukturierung statt. Er setzte einen dem Generalsekretariat zugeordneten &#8220; Think Tank &#8220; ein, welcher in seiner Arbeit unabh\u00e4ngig ist.\u00a0Nicht unerw\u00e4hnt bleiben kann, dass auch die Nachfolger Delors hinsichtlich Zuordnung zum Generlsekretariat oder direkt dem Pr\u00e4sidenten unterstellt eine Umstrukturierung fortgesetzt haben. Jaques Delors erkannte, dass es der EWG an einem Herz und einer Seele fehle und somit die relgi\u00f6se Dimension mit den politischen Zielen Europas verbunden werden m\u00fcsste, welches zu einer Errichtung eines Programmes &#8220; Europa eine Seele geben &#8220; f\u00fchrte. In dessen Rahmen fanden zahlreiche Treffen statt und die Kirchen hatten Gelegenheit, inhaltliche Schwerpunkte der f\u00fcr sie relevanten Themen auf die Tagesordnung zu bringen. Daraus resultierend entstand ein F\u00f6rderprogramm der Europ\u00e4ischen Union &#8220; Soul &#8211; Initiative &#8220; ( Seele ) f\u00fcr Projekte die von Religions und Weltanschauungsgemeinschaften durchgef\u00fchrt wurden, eine Initiative des Kommissionspr\u00e4sidenten. F\u00f6rderw\u00fcrdig waren Projekte, die europ\u00e4isch ethisch bzw.spirituell oder freiheitlich ausgerichtet waren. In das jeweilige Projekt mussten verschiedene religi\u00f6se und humanistische Gruppen einbezogen werden. Die Finanzierung erfolgte \u00fcber entsprechende Haushaltslinien der Kommission, da keine rechtliche Grundlage. Inzwischen wurde das Programm der heutigen laufen &#8211; den politischen Entwicklung angepasst. Hinsichtlich der Rechtsprechung &#8211; zugleich Religionsrecht &#8211; durch den Europ\u00e4ischen Gerichtshof, unterliegen die Kirchen seit den 1970 -er Jahren dem Anwendungsbereich des Gemeinschaftsrechtes, sofern sie als Teil des Wirtschaftslebens angesehen werden k\u00f6nnen. Seit 1970 unterhalten der Vatikan &#8211; als Universalkirche &#8211; mit einem Nuntius ( Botschafter ) und die Europ\u00e4ische Union mit einem Botschafter\/in diplomatische Beziehungen. Weitere Kirchen als Intressenvertretung ( nicht Lobbyisten ) befinden sich die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, orthodoxe, methodistische, anglikanische, altkatholische und weitere Konfessionen, welche an einem Dialog mit der Kommission und Parlament interessiert sind. Im Rahmen der ersten Direktwahlen zm Europ\u00e4ischen Parlament entstand 1979 die Kommission der Bischofskonferenzen der EG\/EU &#8211; COMECE ( Commissio Episcopatum Communitatis Europensis ), deren Pr\u00e4sident Kardinal Erzbischof Jean &#8211; Claude Hollerich, Luxemburg ist. Ihre Arbeitsthemen \u00fcberspannen die Politik der Europ\u00e4ischen Union insbesondere durch die katholische Sozialehre inspiriert und dr\u00fccken sich in Form von Stellungnahmen als indirekten politischen Einfluss aus. Unter dem Gr\u00fcndungspr\u00e4sidenten Kardinal Erzbischof Reinhard Marx, M\u00fcnchen &#8211; Freising, legte sie 2012 ein Dokument mit der Aufforderung an die Europ\u00e4ische Union auf Grundlage des Konzeptes der sozialen Marktwirtschaft, diese zu einer internationalen &#8220; Solidarit\u00e4ts und Verantwortungsgemeinschaft &#8220; weiter zuentwickeln. Ebenso nahm sie auch Einfluss zur Formulierung eines Kirchenartikels in die Charta der Grundrechte der Europ\u00e4ischen Union ( 2000 ), welches leider erfolglos blieb. Schliesslich kann festgestellt werden, dass es richtig war und ist, einen st\u00e4ndigen Dialog der Konfessionen mit der Europ\u00e4ischen Union anzustreben, deren Verdienst dem ehemaligen Kommissionspr\u00e4sidenten Jaques Delors zu zuschreiben ist. Durch ihren direkten Einfluss auf die Europapolitik tragen die Kirchen zur Wahrung der Werte auf die sich die Union gr\u00fcndet ( Artikel 2 &#8211; Lissaboner Vertrag ) bei. Durch ein christlich verstandenes Staats und Ordnungsdenken kann die Europ\u00e4ische Union als Friedensgemeinschaft im Geiste des Friedensnobelpreises sich in Zukunft behaupten und auch als Vermittler in Weltkonflikten fungieren und dazu braucht sie eine &#8220; Seele &#8220; .<\/p>\n<p>Anton v.Cetto<br \/>\nstv.Landesvorsitzender Europa-Union Bayern<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Union achtet den Status der Kirchen, weltanschaulichen Gemeinschaften und religi\u00f6se Vereinigungen bzw.Gemeinschaften in den Mitgliedstaaten nach deren Rechtsvorschriften.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-landshut\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/519"}],"collection":[{"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-landshut\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-landshut\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-landshut\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-landshut\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=519"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-landshut\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/519\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":520,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-landshut\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/519\/revisions\/520"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-landshut\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=519"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-landshut\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=519"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-landshut\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}