{"id":765,"date":"2022-07-07T10:12:01","date_gmt":"2022-07-07T08:12:01","guid":{"rendered":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-aichach-friedberg\/?p=765"},"modified":"2022-07-07T10:12:01","modified_gmt":"2022-07-07T08:12:01","slug":"gedanken-zum-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eu-bayern.de\/kv-aichach-friedberg\/gedanken-zum-frieden\/","title":{"rendered":"Gedanken zum Frieden"},"content":{"rendered":"<p><em>Unser Vorstandsmitglied Joachim Pehlke hat sich sehr beachtenswerte Gedanken zum Frieden gemacht, die er auch in der Jahresversammlung am 5. Mai 2022 vortrug. Zur Zeit des brutalen Krieges in der Ukraine sind diese dr\u00e4ngend aktuell. Hier sind sie:<\/em><\/p>\n<p><strong>Frieden in Europa <\/strong><\/p>\n<p>Liebe Freunde Europas,<\/p>\n<p>Friede (oder Frieden) ist ein heilsamer Zustand der Stille oder Ruhe. Frieden ist \u00a0die Abwesenheit von St\u00f6rung oder Beunruhigung und besonders von Krieg. Frieden ist das Ergebnis einer Tugend der \u201eFriedfertigkeit\u201c und damit verbundener Friedensbem\u00fchungen. So die Definition in Wikipedia.<\/p>\n<p>Laut Brockhaus ist Frieden der Zustand eines ungest\u00f6rten Miteinander- und Nebeneinanderlebens von einzelnen Menschen, Gruppen und Gemeinschaften.<\/p>\n<p>Menschen haben sich zu allen Zeiten nach Frieden gesehnt, bewahren konnten sie ihn aber auf Dauer nie. Provokant gesagt: Frieden ist immer nur die Zeit zwischen Kriegen. Frieden als Zeit ohne Krieg.<\/p>\n<p>Bereits vor \u00fcber 500 Jahren beschrieb Thomas Morus in seinem Roman \u201eUtopia\u201c eine Welt als Insel der Gl\u00fcckseligen, die gesellschaftlich streng organisiert in einem friedlichen Miteinander gl\u00fccklich sind. Er nennt es bewusst Utopie, die Darstellung einer idealen Welt, die irgendwann in der Zukunft vielleicht doch Wirklichkeit werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Immanuel Kant beschrieb in seinem Werk &#8222;Zum ewigen Frieden&#8220; die drei definitiven S\u00e4ulen, die eine Friedensordnung bestimmen k\u00f6nnen:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Die b\u00fcrgerliche Verfassung in jedem Staate soll\u00a0<em>republikanisch <\/em>sein<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Dazu geh\u00f6rt etwa die Rechtsstaatlichkeit mit der Gewaltenteilung als oberste Pr\u00e4misse, die Trennung von Exekutive und Legislative. Dazu geh\u00f6rt auch die Gleichheit aller vor dem Gesetz, auch die der Herrschenden. Ganz im Gegensatz zum Despotismus.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Das V\u00f6lkerrecht soll auf einem\u00a0<em>F\u00f6deralismus <\/em>freier Staaten gegr\u00fcndet sein.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nur im Miteinander, der Gr\u00fcndung von V\u00f6lkerb\u00fcnden unter Ber\u00fccksichtigung der jeweils staatlichen Souver\u00e4nit\u00e4t kann, mit gleichzeitig gegenseitiger Verpflichtung zum Frieden, um zu versichern, nicht sich Rechte an anderen Staaten erwerben zu wollen. Im V\u00f6lkerbund blieben die Staaten nach innen souver\u00e4n und nach au\u00dfen kaum eingeschr\u00e4nkt souver\u00e4n<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Das\u00a0<em>Weltb\u00fcrgerrecht <\/em>soll auf Bedingungen der allgemeinen <em>Hospitalit\u00e4t<\/em> eingeschr\u00e4nkt sein. <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Damit soll ein Besuchsrecht in jedem anderen Staat erm\u00f6glicht werden, wobei der Besucher sich genauso frei bewegen darf wie in seinem Heimatland, und wo er friedfertig willkommen gehei\u00dfen wird.<\/p>\n<p>Diese drei Definitionen von Kant aus der Zeit der Aufkl\u00e4rung sind eine wesentliche St\u00fctze f\u00fcr das Zusammenwirken von Staaten innerhalb westlicher B\u00fcndnisse geworden. Dieses Verst\u00e4ndnis hat zu dieser einzigartigen Verflechtung europ\u00e4ischer Staaten in der Europ\u00e4ischen Union gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Und lange erschien das westliche B\u00fcndnis von NATO oder der EU als Garant f\u00fcr Frieden und Sicherheit.<\/p>\n<p>Europas lange Geschichte, wie die der Welt, ist gezeichnet durch Kriege, eigentlich seit den Zeiten der J\u00e4ger und Sammler. Die Liste der Kriege ist lang. In Europa endet sie mit dem 2. Weltkrieg &#8211; l\u00e4sst man den Jugoslawienkrieg au\u00dfer Acht, der erstmals die KSZE-Schlussakte von Helsinki 1975, in er sich Europa auf die Unverletzlichkeit der Grenzen geeinigt hatte, gebrochen hatte. Und wenn man die Kriege in Tschetschenien und Georgien, oder die Besetzung der Krim ignoriert, die nur kurz f\u00fcr Emp\u00f6rung in Europa und der Welt sorgten.<\/p>\n<p>Rein politisch wurde eine Friedensordnung als realisierbare Zielvorstellung in Europa also erst m\u00f6glich, nachdem durch die Industrialisierung und der Demokratisierung die traditionelle Staatenwelt von F\u00fcrstent\u00fcmern und Grafschaften durch die entstehende moderne Gesellschaftswelt abgel\u00f6st wurde.<\/p>\n<p>Und doch brauchte es zwei Weltkriege, bis sich eine stabilit\u00e4tsschaffende Politik etablieren konnte.<\/p>\n<p>Fehler wurden aber dennoch gemacht.<\/p>\n<p>Der Vertrag von Rapallo, den Walther Rathenau vor genau 100 Jahren mit dem russischen Au\u00dfenminister Georgi Tschitscherin schloss,\u00a0 wurde zur Grundlage diplomatischer Beziehungen eines besiegten Deutschland zum sozialistischen Russland. Vereinbart wurde die Lieferung von deutscher Technologie an Russland, die uns daf\u00fcr mit \u00d6l versorgten. Und dies trotz der Ablehnung durch die anderen westlichen M\u00e4chte. Das hat sich in der j\u00fcngeren Geschichte\u00a0 fortgesetzt mit der \u00a0\u201eAppeasement-Politik\u201c von Adenauer, Brandt und Schr\u00f6der, also einer Politik der Zugest\u00e4ndnisse, der Zur\u00fcckhaltung, der Beschwichtigung und des Entgegenkommens gegen\u00fcber\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aggression\">Aggressionen<\/a>\u00a0zur Vermeidung eines Krieges. Bis hin zum z\u00f6gerlichen Verhalten der jetzigen Koalition unter Olaf Scholz. Das Fiasko der Russlandpolitik setzt sich fort. In den 100 Jahren seither haben wir nichts dazugelernt.<\/p>\n<p>Noch eine weitere Betrachtung: Der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama hatte bereits in den 90er Jahren geschrieben, dass die Geschichte zu Ende sei. Mit dem Kapitalismus w\u00fcrde sich das westliche, liberale Modell \u00fcber den Globus ausbreiten und ein f\u00fcr alle Mal allen kriegerischen Handlungen ein Ende setzen. Demokratie und eine stabile Friedensordnung w\u00fcrden die Oberhand behalten.<\/p>\n<p>Die Sichtweise war damals nicht so weit hergeholt: Der Kommunismus im Osten war besiegt, selbst China \u00e4nderte seine Ausrichtung und schwang sich zur Werkbank des Westens auf, Russland durfte immer mehr billiges \u00d6l und Gas in den Westen liefern, um so das Wachstum bei uns zu f\u00f6rdern, und wir konnten mit den billigen Rohstoffen pr\u00e4chtig den Weltmarkt bedienen. Die wirtschaftliche Verkettung kannte keine Grenzen, zumal nun im Osten auch weitere Absatzm\u00e4rkte durch deren wachsenden Wohlstand entstanden waren.<\/p>\n<p>Letztlich hat der Handel aber nicht Freiheit und Menschenrechte gebracht, sondern st\u00fctzte Autokraten wie Putin, die mit ihren Gro\u00dfmachtphantasien Europa, und der Welt, gef\u00e4hrlich werden.<\/p>\n<p>Frieden ist immer nur die Zeit zwischen den Kriegen. Und Kriege gab es in Europa zu jeder Zeit \u2013 bis zum zweiten Weltkrieg.<\/p>\n<p>Doch seit dem 2. Weltkrieg und der Atombombe herrschte etwas in Europa, das bisher nicht bekannt war: Frieden.<\/p>\n<p>Endlich schien Gesamt-Europa sehr daran interessiert, die Erhaltung des Friedens als Hauptziel zu definieren. Man war der Kriege m\u00fcde. Es war dies das Credo der Gr\u00fcndungsv\u00e4ter unserer heutigen europ\u00e4ischen Union. Ganz im Sinne von Immanuel Kant.<\/p>\n<p>Allein der Wunsch nach Frieden gen\u00fcgt aber nicht, um diesen auch zu bewahren.\u00a0 Man war sich bewusst, dass ebenso andere komplement\u00e4re Ziele verfolgt werden m\u00fcssen. Es galt, horizontale Ungleichheiten in den L\u00e4ndern, aber vor allem auch zwischen den L\u00e4ndern der EU zu verringern. Es galt, die Armut zu bek\u00e4mpfen, benachteiligte Schichten zu integrieren und wirtschaftliche Entwicklung in jenen Regionen zu unterst\u00fctzen, wo dies dringend erforderlich war. Da war etwa der Wiederaufbau des zerst\u00f6rten Europa mit dem Marshallplan, der auch Deutschland einbezog. Hinzu kamen reihenweise Wirtschaftsaufbau-Programme mit unterschiedlichen Schwerpunkten, bis hin zu weitreichenden F\u00f6rderprogrammen aus europ\u00e4ischen Struktur- und Investitionsfonds, die ca. 80% des heutigen EU-Haushalts umfassen. Und nat\u00fcrlich die stete Erweiterung der Union nach S\u00fcden und nach Osten.<\/p>\n<p>Jedoch war der Frieden der vergangenen 77 Jahre, in dem sich Europa bis vor Kurzem l\u00fcstern gew\u00e4lzt hat, lange nicht selbstverst\u00e4ndlich gewesen. Die Schrecken des Zweiten Weltkriegs mit seinen 55 Millionen Toten waren allgegenw\u00e4rtig. Die Fronten zwischen Ost und West verh\u00e4rtet, der Kalte Krieg hielt alle in Atem. Die Welt begab sich in einen R\u00fcstungswettlauf, der bis zum Zerfall des Ostblocks als st\u00e4ndige Warnung vor m\u00f6glichen weltbedrohenden Eskalationen \u00fcber uns hing. Eine Erfahrung, die der j\u00fcngeren Generation, die nur ein friedliches Europa seit 1989 gekannt haben, nicht gemacht haben.<\/p>\n<p>Eigentlich m\u00f6chte ich sagen &#8211; zum Gl\u00fcck. Doch hat es in gewisser Weise dazu gef\u00fchrt, dass wir uns in unserem zunehmenden Wohlstand, einer gewisserma\u00dfen uners\u00e4ttlichen Sattheit, immer weiter auf Konsum, auf Wachstum und Globalisierung gest\u00fcrzt haben und dabei den herrschenden Frieden in Europa als etwas Selbstverst\u00e4ndliches, als erreichtes Utopia, \u00a0betrachtet \u00a0haben. Selbst das politische Handeln, vor allem in Deutschland, war zunehmend von Slogans wie \u201eFrieden schaffen ohne Waffen\u201c \u00a0gekennzeichnet.<\/p>\n<p>Und dies war verbunden mit einem fast religi\u00f6sen Glauben an den Fortschritt als Motor f\u00fcr einen fast vision\u00e4ren Kreuzzug, den Europa seither in die Welt seither getragen hat. Eine Vision, in der Krieg keinen Platz hat. So wird auch verst\u00e4ndlich, warum diese Kriege gegen Tschetschenien und Georgien, Putins Bomben auf Syrien oder die Besetzung der Krim kein so ersch\u00fctterndes Echo in den Medien erfahren haben, wie jetzt der Krieg in der Ukraine. Krieg passte nicht ins Bild des Fortschritts, hin zu einer besseren Gesellschaft, zu einem besseren Land oder zu einer besseren Welt. Erst jetzt mit dem Krieg in der Ukraine wird pl\u00f6tzlich deutlich, in welcher Gefahr unsere europ\u00e4ischen Werte sind. Erst jetzt wird gefragt, ob dieser Fortschritt nicht zu teuer erkauft worden ist.<\/p>\n<p>Schon Schiller hat gesagt: es kann der Fr\u00f6mmste nicht in Frieden leben, wenn es dem b\u00f6sen Nachbarn nicht gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Nun ist es passiert. Dieses zarte Pfl\u00e4nzchen \u201eFrieden in Europa\u201c wird mit F\u00fc\u00dfen getreten. Der Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine macht deutlich, wie zerbrechlich der Zustand des Friedens ist.<\/p>\n<p>Wir erkennen aufs Neue, wie fragil eine friedliche Ordnung sein kann, wenn es dem b\u00f6sen Nachbarn nicht gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Wir hatten vergessen, wie Friedenssicherung aussehen muss. Viele Jahre lang schien Europa in einen Winterschlaf zu liegen.<\/p>\n<p>Die grundlegenden Werte, die Europa bedeuten &#8211; Frieden, Freiheit und Demokratie &#8211; wurden nicht mehr gepflegt, wurde als gegen hingenommen, teils mit F\u00fc\u00dfen getreten. Die Folge waren zunehmende nationale Egoismen, demonstrative Uneinigkeit, sicherheitspolitische Naivit\u00e4t, milit\u00e4rische Schw\u00e4che und eine immer st\u00e4rker zu Tage tretende \u201eputineske\u201c Verblendung mancher europ\u00e4ischer Parteien nicht nur des linken und des rechten Fl\u00fcgels.<\/p>\n<p>Die Erinnerungen an die schrecklichen Zeiten der j\u00fcngeren Vergangenheit scheinen zu verblassen. Der Holocaust wird als \u201eVogelschiss der Geschichte\u201c diffamiert.<\/p>\n<p>Vielleicht ist meine Wahrnehmung falsch, wenn ich sehe, dass die fehlende Gewalt zwischen den Staaten durch zunehmende Gewalt im zwischenmenschlichen kompensiert wird, gepaart mit erfahrbarer Respektlosigkeit im Umgang miteinander. Doch das ist ein anderes Thema.<\/p>\n<p>Europa scheint politisch wieder auf Kurs, weil wir erkennen, Frieden, Freiheit und Demokratie gibt es nicht zum Nulltarif.<\/p>\n<p>Europa ist endlich erwacht, und Rapallo wirkt als heilsame Erinnerung. Es geht nicht um Landgewinn oder Bodensch\u00e4tze. Alle Handelsverflechtungen sch\u00fctzen uns nicht vor Risiken von gewaltt\u00e4tigen Auseinandersetzungen zwischen souver\u00e4nen Staaten. Aktuell ist es die Freiheit, der sehnliche Wunsch der Ukrainer nach Frieden in Freiheit, von dem sich Moskau in der Person von Vladimir Putin in seiner Herrschaft bedroht sieht.<\/p>\n<p>Leider lernt die Menschheit nicht dazu. Es gibt keinen Krieg mehr, in dem der eine gewinnt, was der andere verliert. Alle erleben nur menschliches Leid.<\/p>\n<p>Die Zeit der imperialistischen Kriege ist schon lange vorbei.<\/p>\n<p>Ein Krieg ist immer eine Katastrophe, zivilisatorisch und humanit\u00e4r. Und doch brauchte es diesen Krieg, um uns die Augen zu \u00f6ffnen und wieder klar zu sehen, was im Leben wirklich z\u00e4hlt. Beruflicher Erfolg, gesellschaftliches Ansehen, Wohlstand &#8211; all das mag erstrebenswert sein. Aber es wird deutlich, dass Werte wie Freiheit und Demokratie, Familie und Freundschaften immer von neuem verteidigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>77 Jahre lang waren die \u00dcberschriften in Europa dominiert vom Slogan &#8222;Frieden in Europa&#8220;. Seit dem 24. Februar dominiert die Schlagzeile &#8222;Krieg in Europa&#8220;. Wir werden abrupt aus einem Dornr\u00f6schenschlaf gerissen und reiben uns verwundert die Augen.<\/p>\n<p>Wir erkennen, dass die Wertegemeinschaft gleichzeitig eine Verteidigungsgemeinschaft sein muss. F\u00fcr den Frieden in Freiheit m\u00fcssen wir als europ\u00e4ische Gemeinschaft eben diese Gemeinschaft <strong>viel mehr<\/strong> in den Mittelpunkt jedes politischen Handelns stellen. Ein wichtiger Punkt trat hierbei in den letzten Wochen vermehrt zu Tage:\u00a0 wir m\u00fcssen viel mehr an die sicherheitspolitischen Interessen vor allem unserer \u00f6stlichen Partner in den B\u00fcndnissen denken. Denn der b\u00f6se Nachbar, es gibt ihn tats\u00e4chlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine Ur-Oma heiratete 1912, Ihr Mann fiel im ersten Weltkrieg, meine Oma wurde vaterlos geboren. Sie wiederum hat 1934 geheiratet. Mein Vater konnte sich an seinen Vater nicht erinnern. Gro\u00dfvater zog bereits 1941 an die Ostfront und war seit der Schlacht um Stalingrad vermisst.<\/p>\n<p>Im Januar 1945 flohen beide Frauen zusammen mit meinem Vater und meinem Onkel aus dem eingekesselten Ostpreu\u00dfen.<\/p>\n<p>Ur-Oma sollte in Gotenhafen auf der Gustloff einschiffen. Dabei wird wie von der Familie, ihrer Tochter und den beiden Enkeln getrennt.<\/p>\n<p>Doch da nur M\u00fctter mit Kindern und verwundete Soldaten an Bord gelassen wurden, wurde ihr der Zutritt auf das Schiff verwehrt. Kurz nach dem Auslaufen wurde die Gustloff von einem sowjetischen U-Boot versenkt. Ca. 10.000 Menschen fanden einen qualvollen Tod.<\/p>\n<p>Durch das Rote Kreuz fand die Familie wieder zusammen und machte sich \u00fcber die gefrorene Ostsee auf den m\u00fchsamen Weg nach D\u00e4nemark.<\/p>\n<p>In beiden Weltkriegen fanden \u00fcber 80 Millionen Menschen den Tod. Seitdem herrscht Frieden in den L\u00e4ndern der europ\u00e4ischen Gemeinschaft. Erst m\u00f6glich durch den Schulterschluss auf demokratischen und liberalen Werten. Daf\u00fcr lohnt es sich zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Frieden und Freiheit ist f\u00fcr mich der vielleicht wichtigste Grund, mich als Europ\u00e4er zu f\u00fchlen und zu engagieren. Frieden, der f\u00fcr die Generation, die nach 1980 geboren ist, zur Normalit\u00e4t geworden ist. Der Wunsch nach Frieden ist ein m\u00e4chtiger &#8211; jedoch muss jedem klar sein, dass Frieden nicht einfach geschieht und dann da ist. Frieden will immer wieder gepflegt werden. Frieden muss immer auch gesichert werden, damit er gedeihen kann. Denn der b\u00f6se Nachbar ist leider auch morgen noch da.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Danke<\/p>\n<p>Joachim Pehlke<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Vorstandsmitglied Joachim Pehlke hat sich sehr beachtenswerte Gedanken zum Frieden gemacht, die er auch in der Jahresversammlung am 5. Mai 2022 vortrug. 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