{"id":1403,"date":"2016-04-18T19:49:08","date_gmt":"2016-04-18T17:49:08","guid":{"rendered":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/?p=1403"},"modified":"2021-02-01T19:57:20","modified_gmt":"2021-02-01T18:57:20","slug":"jahresempfang-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/jahresempfang-2016\/","title":{"rendered":"Jahresempfang 2016"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"tinymce_own01\" style=\"text-align: center;\">\u201eSonst gehen bald alle Lichter aus\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gerd M\u00fcller, Bundesminister f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit, appelliert an Verantwortung der<\/strong><br \/>\n<strong>Industriestaaten, Fluchtursachen gemeinsam zu bek\u00e4mpfen<\/strong><\/p>\n<p>Von Sebastian Haas, Akademie f\u00fcr Politische Bildung<\/p>\n<p><strong>Was ist zu tun? Die Not in den Herkunftsl\u00e4ndern der Fl\u00fcchtlinge, die an den Grenzen Europas und<\/strong><br \/>\n<strong>in den zahlreichen Fl\u00fcchtlingslagern weltweit ausharren, setzt sich fort. Im Rahmen des<\/strong><br \/>\n<strong>Jahresempfangs der Europa Union M\u00fcnchen in der Hauptverwaltung Bayern der Deutschen<\/strong><br \/>\n<strong>Bundesbank wurde dar\u00fcber diskutiert, mit welchen Mitteln die Ursachen von Flucht und Migration<\/strong><br \/>\n<strong>anzugehen sind. Hauptredner des Abends war der Bundesminister f\u00fcr wirtschaftliche<\/strong><br \/>\n<strong>Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd M\u00fcller.<\/strong><\/p>\n<p>Diese Zahlen kennt inzwischen jeder, sie sind erschreckend, k\u00f6nnen aber nicht oft genug wiederholt<br \/>\nwerden: derzeit sind gut 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, sei es innerhalb ihres<br \/>\nHeimatlandes oder au\u00dferhalb, Tendenz stark steigend. Kriege und materielle Not in Afrika, im Nahen<br \/>\nund Mittleren Osten sowie ein meist idealisiertes Bild vom Leben in den Industrienationen treiben<br \/>\nimmer mehr Menschen in Richtung Europa, dabei h\u00e4ufig in den Tod \u2013 und in der Folge die Staaten<br \/>\nEuropas in eine tiefe (migrations-)politische und gesellschaftliche Krise. Das Bev\u00f6lkerungswachstum<br \/>\nversch\u00e4rft die Migrationsbewegungen weiter: lebten im Jahr 1916 noch 1,9 Milliarden Menschen auf<br \/>\ndieser Welt, so waren es 1966 bereits 3,4 Milliarden, so sind es heute 7,4 Milliarden und so werden<br \/>\nes 2040 voraussichtlich 10 Milliarden sein.<\/p>\n<p>Wenn die Weltbev\u00f6lkerung also weiter um 80 Millionen Personen j\u00e4hrlich w\u00e4chst, sind Konflikte um<br \/>\nknappe Ressourcen die logische Folge. Den hoch entwickelten L\u00e4ndern vor allem in Europa obliegt<br \/>\ndie humanit\u00e4re Pflicht, diese Konflikte und die Ursachen von Not, Flucht und Vertreibung zu mindern.<br \/>\nDas betonten in ihren Begr\u00fc\u00dfungsstatements sowohl der Gastgeber unseres Jahresempfangs Alois<br \/>\nM\u00fcller, Pr\u00e4sident der Hauptverwaltung Bayern der Deutschen Bundesbank, RA Stavros Kostantinidis,<br \/>\nVorsitzender der Europa Union M\u00fcnchen, sowie die Direktorin der Akademie f\u00fcr Politische Bildung in<br \/>\nTutzing Professorin Ursula M\u00fcnch.<\/p>\n<p>Am Bundesminister f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd M\u00fcller, war es dann,<br \/>\nkonkrete Schritte zur Bek\u00e4mpfung von Fluchtursachen zu erl\u00e4utern. M\u00fcller begreift<br \/>\nEntwicklungszusammenarbeit als Friedenspolitik \u2013 und kritisierte daher die weltweit steigenden<br \/>\nAusgaben f\u00fcr R\u00fcstung und Verteidigung, inzwischen 160 Milliarden Euro j\u00e4hrlich. Nur einen geringen<br \/>\nTeil davon in Krisenpr\u00e4vention zu investieren, w\u00fcrde sich viel eher auszahlen. M\u00fcller selbst reist<br \/>\nregelm\u00e4\u00dfig in die Fl\u00fcchtlingslager dieser Welt und h\u00f6rt von nahezu allen, mit denen er dort spricht,<br \/>\neinen Wunsch: zur\u00fcck nach Hause zu gehen. Seine Schlussfolgerung ist daher so einfach wie logisch:<br \/>\nman muss den Menschen eine Perspektive in den befriedeten Teilen ihrer Heimat bieten. Und das<br \/>\ngeht kurz zusammengefasst nur mit \u201eWasser, Essen, Energie, Jobs\u201c. So setze sich das<br \/>\nBundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beispielsweise daf\u00fcr ein,<\/p>\n<ul>\n<li>in sicheren Gebieten zum Beispiel des Nordiraks einfache Unterk\u00fcnfte f\u00fcr Familien<br \/>\naufzubauen, die M\u00fcllers Angaben nach lediglich 1000 Euro pro Person kosten.<\/li>\n<li>das \u00dcberleben in den stark wachsenden Regionen Afrikas zu sichern (auf Sicht werden in<br \/>\nNigeria 450 Millionen Personen leben, schon heute leben in \u00c4gypten f\u00fcnf Millionen<br \/>\nHeranwachsende auf der Stra\u00dfe), beispielsweise durch den gef\u00f6rderten Anbau ertragreicher<br \/>\nReissorten.<\/li>\n<li>Partnerschaften zwischen Europa und den Entwicklungsl\u00e4ndern im Bildungswesen \u2013 f\u00fcr den<br \/>\nleichteren Zugang zu Wissen \u2013 und im Energiesektor aufzubauen. \u201eWir m\u00fcssen die<br \/>\nEnergiewende so schnell es geht umsetzen und den Partnern Anreize bieten, fossile<br \/>\nBrennstoffe nicht einzusetzen. Sonst gehen bald alle Lichter aus\u201c, erl\u00e4uterte M\u00fcller drastisch.<\/li>\n<li>internationale Mindeststandards f\u00fcr fairen Handel durchzusetzen, bei dem auch der Anfang<br \/>\nder Produktionskette \u2013 sei es die Schneiderin in Bangladesch oder der Kaffeebauer in<br \/>\nEcuador \u2013 profitiert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Anschluss an M\u00fcllers Impuls wurden die M\u00f6glichkeiten und Hindernisse bei dem Versuch<br \/>\nthematisiert, die Eigenverantwortung und Kr\u00e4fte zur Selbsthilfe in den Entwicklungsl\u00e4ndern zu<br \/>\nst\u00e4rken. Auf dem Podium diskutierten Doris Thurau, Landesdirektorin der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr<br \/>\nInternationale Zusammenarbeit (GIZ), Georg Fahrenschon, Pr\u00e4sident des Deutschen Sparkassen- und<br \/>\nGiroverbandes und Prof. Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der BayWa AG. Wegen der oft von<br \/>\nKorruption gepr\u00e4gten Strukturen in vielen Entwicklungsl\u00e4ndern m\u00fcssen die hiesige Wirtschaft und<br \/>\nPolitik dort auf verschiedenen Ebenen agieren; die Kooperationen reichen von der Afrikanischen<br \/>\nUnion \u00fcber Nicht-Regierungs-Organisationen und mittelst\u00e4ndische Betriebe bis zu kleinen L\u00f6sungen<br \/>\nvor Ort. W\u00e4hrend Fahrenschon und Thurau diesen Ansatz unterst\u00fctzen (\u201ewir tun das Richtige, wir tun<br \/>\nes schnell, aber noch zu wenig\u201c), kritisiert Lutz dies als Tropfen auf den hei\u00dfen Stein. \u201eWenn die G7,<br \/>\nwenn die USA, China und Russland nicht an einem Strang ziehen, hilft all die Hilfe nicht nachhaltig\u201c,<br \/>\nsagt er. Am dr\u00e4ngendsten m\u00fcssten gemeinsam L\u00f6sungen gefunden werden, um die Produktivit\u00e4t in<br \/>\nder Landwirtschaft zu steigern. Denn standen im Jahr 1950 noch 5500 Quadratmeter Anbaufl\u00e4che zur<br \/>\nVerf\u00fcgung, um einen Menschen zu ern\u00e4hren, werden es im Jahr 2050 nur noch 1500 sein.<\/p>\n<p><em>Der Jahresempfang der Europa Union M\u00fcnchen in der Hauptverwaltung Bayern der Deutschen<\/em><br \/>\n<em>Bundesbank war eine Kooperation mit der Akademie f\u00fcr Politische Bildung mit den Jungen<\/em><br \/>\n<em>Europ\u00e4ischen F\u00f6deralisten, der Europ\u00e4ischen Akademie Bayern, der Griechischen Akademie e.V. und<\/em><br \/>\n<em>der Deutsch-Hellenischen Wirtschaftsvereinigung e.V. Wir bedanken uns bei den<\/em><br \/>\n<em>Kooperationspartnern und Sponsoren und danken besonders dem scheidenden Pr\u00e4sidenten der<\/em><br \/>\n<em>Hauptverwaltung Bayern der Deutschen Bundesbank, Alois M\u00fcller, f\u00fcr die vertrauensvolle<\/em><br \/>\n<em>Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<style type='text\/css'>.reading-box-container-1 .element-bottomshadow:before,.reading-box-container-1 .element-bottomshadow:after{opacity:0.7;}<\/style><div class=\"fusion-reading-box-container reading-box-container-1 box12\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:84px;\"><div class=\"reading-box\" style=\"background-color:#f5f5f5;border-width:0px;border-color:#f6f6f6;border-left-width:3px;border-left-color:var(--primary_color);border-style:solid;\"><a class=\"button fusion-button button-default fusion-button-default-size button-default-size button-flat fusion-desktop-button fusion-tagline-button continue fusion-desktop-button-margin continue-right\" style=\"-webkit-box-shadow:none;-moz-box-shadow:none;box-shadow:none;border-radius:0px 0px 0px 0px\" href=\"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/dl\/398\" target=\"_self\"><span>HERUNTERLADEN<\/span><\/a><h2>BerichtJahresempfang2016<\/h2><div class=\"reading-box-description fusion-reading-box-additional\">INFO: PDF, 65.26 KB<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><a class=\"button fusion-button button-default fusion-button-default-size button-default-size button-flat fusion-mobile-button continue-right\" style=\"-webkit-box-shadow:none;-moz-box-shadow:none;box-shadow:none;border-radius:0px 0px 0px 0px\" href=\"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/dl\/398\" target=\"_self\"><span>HERUNTERLADEN<\/span><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u201eSonst gehen bald alle Lichter aus\u201c &nbsp; Gerd M\u00fcller, Bundesminister f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit, appelliert an Verantwortung der Industriestaaten, Fluchtursachen gemeinsam zu bek\u00e4mpfen Von Sebastian [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":20,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[26],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1403"}],"collection":[{"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/20"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1403"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1403\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1405,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1403\/revisions\/1405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1403"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1403"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1403"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}