{"id":1327,"date":"2018-10-24T18:18:22","date_gmt":"2018-10-24T16:18:22","guid":{"rendered":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/?p=1327"},"modified":"2021-01-31T18:24:01","modified_gmt":"2021-01-31T17:24:01","slug":"zukunft-der-europaischen-wahrungsunion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/zukunft-der-europaischen-wahrungsunion\/","title":{"rendered":"\u201eZukunft der Europ\u00e4ischen W\u00e4hrungsunion\u201c"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"tinymce_own01\" style=\"text-align: center;\">Podiumsdiskussion mit Werner Hoyer, Pr\u00e4sident der EIB am 24.10.2018<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Podiumsdiskussion mit <strong>Dr. Werner Hoyer<\/strong>, Pr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Investitionsbank (EIB), Dr.<br \/>\nUlrich Horstmann vom Institut \u2019Europa der Marktwirtschaften\u2018 und <strong>Karsten Klein<\/strong>, MdB und Mitglied<br \/>\ndes Haushaltsausschuss der Deutschen Bundestags, zum Thema \u201aZukunft der W\u00e4hrungsunion\u2018 im<br \/>\nCaf\u00e9 Luitpold wurde moderiert von unserem Vorstandsmitglied C\u00e9cile Prinzbach. Eingeladen hatte<br \/>\ndie Europa-Union M\u00fcnchen und das Cafe Luitpold. Das Auditorium war mehr als gut besucht.<\/p>\n<p><strong> Werner Hoyer<\/strong> f\u00fchrte in seinem Eingangsstatement aus, dass der W\u00e4hrungsunion von Anfang an die<br \/>\nUnterf\u00fctterung durch eine politische Union gefehlt hat, was damals nicht durchsetzbar war, aber<br \/>\nnotwendigerweise h\u00e4tte folgen m\u00fcssen. Es sei unverantwortlich, dass die Staats- und<br \/>\nRegierungschefs die Europ\u00e4ische Union als ein Nullsummenspiel betrachten, das neben Gewinnern<br \/>\nnur Verlierer kennt \u2013 was aus Sicht der B\u00fcrger in der EU funktioniert, ist national entschieden<br \/>\nworden, was nicht, wird \u201aBr\u00fcssel\u2018 angelastet.<\/p>\n<p>Vorschl\u00e4ge zur Weiterentwicklung der W\u00e4hrungsunion l\u00e4gen schon lange vom franz\u00f6sischen<br \/>\nPr\u00e4sidenten, der Europ\u00e4ischen Kommission und dem Europ\u00e4ischen Parlament vor, was fehlt, ist der<br \/>\npolitische Wille der Nationalstaaten dies zu diskutieren und umzusetzen. Die Europ\u00e4ische<br \/>\nW\u00e4hrungsunion m\u00fcsse weiter vorangetrieben werden. Dazu seien drei Elemente n\u00f6tig:<\/p>\n<p>1)\u00a0 eine \u201aback-stop-facility\u2018 in Form der einer Weiterentwicklung des ESM zu einem EWF , f\u00fcr den Fall<br \/>\ndass in einer Krisensituation \u00fcber Nationen hinweg geholfen und ausgeglichen werden m\u00fcsse: Also<br \/>\ndas was bisher in gro\u00dfem Ma\u00dfe der IWF getan hat, z.B. auch in Griechenland. Doch sei der IWF<br \/>\ninzwischen global so gefordert, dass er seine Aufgaben in Europa verlassen werde und die EU dies<br \/>\nselbst in die Hand nehmen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>2)\u00a0 eine \u201ainvestment-facility\u2018, um strukturelle Schw\u00e4chen der europ\u00e4ischen Volkswirtschaften<br \/>\nauszugleichen. Denn die Schw\u00e4che der europ\u00e4ischen Volkswirtschaften habe nichts mit der<br \/>\nmonet\u00e4ren Dimension zu tun, sondern mit der Realwirtschaft. Ohne eine Verst\u00e4rkung der<br \/>\nInvestitionst\u00e4tigkeit werde die EU an Wettbewerbsf\u00e4higkeit verlieren. Und die zust\u00e4ndige Institution<br \/>\ndaf\u00fcr sei die IEB, die durch die Einbindung der Privatwirtschaft eine au\u00dferordentlich starke Bank sei,<br \/>\ndie in der Finanzkrise gezeigt habe, dass sie ein wesentliche Wirkung erzielen k\u00f6nne, nicht in der<br \/>\nmonet\u00e4ren Dimension, sondern da, wo Arbeitspl\u00e4tze geschaffen w\u00fcrden und wo<br \/>\nWettbewerbsf\u00e4higkeit entstehe.<\/p>\n<p>3)\u00a0 einen gemeinsamen Einlagensicherungsfonds mit gemeinschaftlicher Haftung: Letzterer setze<br \/>\naber voraus, dass alle nationale Banken ihre Bilanzen zuvor bereinigt h\u00e4tten (nicht nur die<br \/>\nitalienischen), was sicher noch l\u00e4nger dauern w\u00fcrde und daher f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre als ein nicht<br \/>\nrealistisches Ziel eingestuft werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p><strong>Karsten Klein<\/strong> f\u00fchrte aus, dass die urspr\u00fcngliche Vision der EU als Raum von Frieden, Freiheit und<br \/>\nWohlstand zu verwirklichen eine st\u00e4ndige Aufgabe sei. Notwendig sei allerdings hierf\u00fcr eine gro\u00dfe<br \/>\nTeilnahme der B\u00fcrger. Die Institutionen der EU seien dazu da, diese Vision umzusetzen. <strong>Dr. Ulrich Horstmann<\/strong> erg\u00e4nzte, dass viele B\u00fcrger sich von der Politik nicht nur nicht abgeholt f\u00fchlten<br \/>\n\u2013 was insbesondere f\u00fcr die Wirtschafts- und W\u00e4hrungsunion gelte \u2013 sondern auch durch die Politik<br \/>\nder Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) um ihre Ersparnisse bedroht f\u00fchlten.<\/p>\n<p>In der anschlie\u00dfenden Diskussion auf dem Podium bestand Einigkeit, dass Subsidiarit\u00e4t und<br \/>\nSolidarit\u00e4t zwei Seiten der gleichen Medaille seien. Auch m\u00fcsse der ESM zu einem EWF<br \/>\nweiterentwickelt werden; er solle t\u00e4tig werden, wenn der Euro (nicht aber einzelne Mitgliedstaaten)<br \/>\ngef\u00e4hrdet sind. Wenn sich der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) aus Europa zur\u00fcckzieht, m\u00fcsse<br \/>\nder EWF dessen Rolle \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Auch bestand Einigkeit, dass Europa eine gravierende<br \/>\nInvestitionsl\u00fccke in den Bereichen F&amp;E, Bildung und Infrastruktur hat. Hier k\u00f6nne und m\u00fcsse die EIB<br \/>\neine Rolle spielen. Allerdings sei es erforderlich den etatistischen Blick zu relativieren und die<br \/>\nPrivatwirtschaft an den Investitionen zu beteiligen. Der anschlie\u00dfende Austausch mit dem Publikum wurde lange und intensiv gef\u00fchrt, sodass die<br \/>\nVeranstaltung erst nach ca. 2 \u00bd Stunden schloss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<style type='text\/css'>.reading-box-container-1 .element-bottomshadow:before,.reading-box-container-1 .element-bottomshadow:after{opacity:0.7;}<\/style><div class=\"fusion-reading-box-container reading-box-container-1 box12\" style=\"margin-top:0px;margin-bottom:84px;\"><div class=\"reading-box\" style=\"background-color:#f5f5f5;border-width:0px;border-color:#f6f6f6;border-left-width:3px;border-left-color:var(--primary_color);border-style:solid;\"><a class=\"button fusion-button button-default fusion-button-default-size button-default-size button-flat fusion-desktop-button fusion-tagline-button continue fusion-desktop-button-margin continue-right\" style=\"-webkit-box-shadow:none;-moz-box-shadow:none;box-shadow:none;border-radius:0px 0px 0px 0px\" href=\"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/dl\/1328\" target=\"_self\"><span>HERUNTERLADEN<\/span><\/a><h2>Podiumsdiskussion-Hoyer-24.10.18<\/h2><div class=\"reading-box-description fusion-reading-box-additional\">INFO: PDF, 53.29 KB<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><a class=\"button fusion-button button-default fusion-button-default-size button-default-size button-flat fusion-mobile-button continue-right\" style=\"-webkit-box-shadow:none;-moz-box-shadow:none;box-shadow:none;border-radius:0px 0px 0px 0px\" href=\"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/dl\/1328\" target=\"_self\"><span>HERUNTERLADEN<\/span><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Podiumsdiskussion mit Werner Hoyer, Pr\u00e4sident der EIB am 24.10.2018 &nbsp; Die Podiumsdiskussion mit Dr. Werner Hoyer, Pr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Investitionsbank (EIB), Dr. Ulrich Horstmann [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":20,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[26],"tags":[],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1327"}],"collection":[{"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/20"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1327"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1327\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1329,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1327\/revisions\/1329"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1327"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1327"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/eu-bayern.de\/bv-muenchen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1327"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}